VDI 6022- Hygieneanforderungen an raumlufttechnische Anlagen und Geräte
Die Richtlinienreihe VDI 6022 findet Anwendung in Aufenthaltsbereichen, in denen sich Personen jährlich mehr als 30 Tage oder regelmäßig länger als zwei Stunden täglich aufhalten. Sie gilt sowohl für zentrale als auch dezentrale Komponenten sowie für alle Arten von Lüftungsanlagen. Ebenso umfasst sie Aggregate und Rückkühlwerke, die die Qualität der Zuluft beeinflussen. Eine Produktprüfung oder Zertifizierung ist dabei nicht erforderlich.
Die Hauptaufgabe einer Lüftungsanlage besteht darin, eine hygienisch einwandfreie Innenraumluft und ein angenehmes, physiologisch optimales Raumklima sicherzustellen. Planung, Installation und Wartung müssen so ausgeführt werden, dass gesundheitliche Risiken, Unwohlsein, Komforteinbußen oder unangenehme Gerüche vermieden werden. Raumlufttechnische Anlagen sollten zudem gewährleisten, dass Schadgase sowie organische und anorganische Verunreinigungen vermieden werden.
Der Gehalt an biologischen Inhaltsstoffen wie Bakterien, Pilzen und Staub in der Zuluft darf in keinem Fall die Konzentration der Vergleichsluft oder der Außenluft überschreiten. Eine Ausnahme bilden hierbei Umluftanlagen.
Die Hygieneinspektion gemäß VDI 6022 gliedert sich in eine Erstinspektion und eine Wiederholungsinspektion. Die Ergebnisse der Inspektion werden sorgfältig dokumentiert und dem Anlagenbetreiber in schriftlicher Form übermittelt. In diesem Bericht sind alle empfohlenen oder notwendigen Maßnahmen detailliert aufgeführt. Die Hygiene-Erstinspektion erfolgt bei der Inbetriebnahme einer neuen Anlage oder im Falle eines Betreiberwechsels.
I. Inhalte der Hygiene-Erstinspektion:
Durchführung der Erstinspektion nach Anlagenneubau oder Betreiberwechsel
Festlegung und Kennzeichnung der Probeentnahmestellen für Hygienekontrollen und -inspektionen
Prüfung, ob alle Anforderungen der Richtlinie in Bezug auf Planung, Herstellung, Ausführung sowie den bisherigen Anlagenbetrieb eingehalten wurden
II. Inhalte der Wiederholungs-Hygieneinspektion:
Überprüfung der RLT-Zentrale einschließlich aller zugehörigen Komponenten sowie der versorgten Räume
Messung relevanter physikalischer Klimaparameter
Ermittlung des Verschmutzungsgrades der Lüftungskanäle durch die Bestimmung der Staubflächendichte (g/m²)
Bestimmung des Gesamtkeimgehalts sowie der Legionellen-Konzentration im Umlaufwasser von Befeuchteranlagen und Rückkühlwerken
Untersuchung der Oberflächenkeimzahl (Schimmelpilze, Hefepilze, Bakterien) sowie gegebenenfalls eine Luftkeimzahlbestimmung
Durchführung von Probenahmen und Analysen der Luft oder des Staubs auf Schadstoffe, sofern ein entsprechender Verdacht besteht
Falls im Rahmen der Inspektion Mängel festgestellt werden, sind je nach Dringlichkeit weitere Inspektionstermine zur Nachkontrolle festzulegen.
Wartungsintervalle für RLT-Anlagen durch Fachpersonal:
Alle 2 Jahre bei Anlagen mit Luftbefeuchtung
Alle 3 Jahre bei Anlagen ohne Luftbefeuchtung